Heute

Ausstellungen

PLAYMOBIL – Archäologische Zeitreise

5. Oktober 2022 bis 2. April 2023
Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert eine Ausstellung der ganz besonderen Art: Deutschlands größte PLAYMOBIL-Sammlung ist erstmals in Hamburg zu sehen. Künstler und PLAYMOBIL-Sammler Oliver Schaffer verwandelt das Museum dafür in eine fantasievolle Spielzeug-Landschaft, die einen detailreichen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

Heino Jaeger „Man glaubt es nicht“

Ausstellung: 7. Juli bis 5. März 2023
Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg feiert den Harburger Künstler Heino Jaeger

AMH Harburger Rathausplatz: Abenteuer Archäologie

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert seine archäologische Ausstellung in einem bisher einzigartigen Konzept als spannende Reise durch die Zeiten und Erlebnismuseum für die ganze Familie.
Im Zentrum stehen Fragen, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: Woher kommen wir? Wohin entwickeln wir uns? Die Antworten findet man nicht in althergebrachten Vitrinen, sondern beim Erkunden, Anfassen und Ausprobieren.

Veranstaltungen

Heute

Noch ein Tor für Hamburg!

Fundamentsockel des vorgelagerten Torhauses freigelegt

Beim Ausheben der neuen Sielleitungstrasse, die wegen der Entdeckung des Haupttorgebäudes der Harburger Festung verlegt worden war, stieß der Bagger nun erneut auf massive Hindernisse. Diese entpuppten sich als Überreste des 1591 neu erbauten vorderen Torhauses. Alte Ansichten des Harburger Schlossen von 1620 und 1654 zeigen die Außenfassade, drei reich im Renaissancestil verzierte Giebel mit Werksteinen aus Sandstein. Durch den vorgesetzten mittleren Giebel verlief das Torgewölbe, an das sich
das hintere Torhaus anschloss. Zu Beginn des Siebenjährigen Krieges wurde das vordere Torhaus durch Artilleriebeschuss schwer beschädigt und kurz nach 1757 – nach dem archäologischen Befund-  bis auf Ziegelfußbodenhöhe des Erdgeschosses abgebrochen.

Die Sielleitungstrasse erfasste die Grundmauern des äußeren rechten Giebels und die Ecke des ansitzenden, vorspringenden Hauptgiebels mit dem Torgewölbe. In diesem Teil des Gebäudes befand sich die Stube und Kammer des Amtsschreibers, in denen die Gelder und Register aufbewahrt wurden. 

Die in Schalenmauertechnik errichteten Ziegelmauern mit einer stattlichen Breite von 1,28 m gründen vorne auf einem imposanten Fundament aus rechteckig behauenen, auf Stoß gesetzten Granitblöcken. Hinten, dem Eingang abgewandt, besteht das Fundament hingegen aus nachlässig gesetzten, unbehauenen Findlingen, deren Zwischenräume mit Ziegelbruch gefüllt sind. Umbaumaßnahmen zeigen sich in zugemauerten Durchgängen unterhalb des Erdgeschossfußbodens, die auf die Existenz eines später verfüllten Kellers hinweisen.

Fundamentsockel
Hamburg. Blick auf den Fundamentsockel des vorderen Torhauses aus Granitblöcken. © AMH

Vor der Hauptgiebelecke des Torhauses, das ursprünglich an den inneren Schlossgraben grenzte, konnten mehrere quadratisch behauene Eichenpfähle dokumentiert werden. Sie gehören zur hölzernen Brückenkonstruktion, die auf das Torgewölbe zuführte. Zwischen den Pfählen verläuft eine hölzerne Wasserleitung, an der sich nach Westen eine Abzweigung anschließt. Beide Wasserleitungen sind nach Norden und Westen durch das Ziegelfundament eines zur Schiffswerft Holtz gehörigen Gebäudes abgeschnitten, die das Harburger Schloss in der Zeit von 1900 bis 1959 als Wohnhaus, Firmensitz und Betriebsgelände nutzte. Die in Richtung Norden verlaufende Wasserleitung führte durch das Torgewölbe und speiste den im Innenhof gelegenen Brunnen, während die westliche Abzweigung offenbar einen frei stehenden Steigpfosten mit Wasserhahn vor dem Schloss mit Wasser versorgte.

Autorin

Dr. Elke Först
Dr. Elke Först

Leiterin der Bodendenkmalpflege Hamburg am AMH

Dieser Artikel erschien in

Archäologie in Deutschland 2012
Ausgabe 5/2012
Aktuelles aus der Landesarchäologie, S. 51