Heute

Ausstellungen

PLAYMOBIL – Archäologische Zeitreise

5. Oktober 2022 bis 2. April 2023
Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert eine Ausstellung der ganz besonderen Art: Deutschlands größte PLAYMOBIL-Sammlung ist erstmals in Hamburg zu sehen. Künstler und PLAYMOBIL-Sammler Oliver Schaffer verwandelt das Museum dafür in eine fantasievolle Spielzeug-Landschaft, die einen detailreichen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

Heino Jaeger „Man glaubt es nicht“

Ausstellung: 7. Juli bis 5. März 2023
Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg feiert den Harburger Künstler Heino Jaeger

AMH Harburger Rathausplatz: Abenteuer Archäologie

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert seine archäologische Ausstellung in einem bisher einzigartigen Konzept als spannende Reise durch die Zeiten und Erlebnismuseum für die ganze Familie.
Im Zentrum stehen Fragen, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: Woher kommen wir? Wohin entwickeln wir uns? Die Antworten findet man nicht in althergebrachten Vitrinen, sondern beim Erkunden, Anfassen und Ausprobieren.

Veranstaltungen

Heute

300 Jahre Mühle Moisburg. Von der Amtswassermühle zum Kulturdenkmal

Referenten: Verena Pohl, M.A., Abteilungsleitung Volkskunde Freilichtmuseum am Kiekeberg und Chris Stölting, B.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter Freilichtmuseum am Kiekeberg

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 26. Januar 2023, um 18 Uhr einen neuen Vortrag in der Reihe “Schaufenster der Geschichte”. Diesmal sind …

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Ein Idol mit kegelförmigem Kopf

Ein Idol mit kegelförmigem Kopf
Ein Idol mit kegelförmigem Kopf © AMH

Aus der Sammlung

Die Gestaltung des Idols

Die handgeformte Figur, die bis auf den modern ergänzten Hals vollständig erhalten ist, fällt durch ihre ungewöhnliche Kopfform auf, während der Körper durch eine rechteckige, fast brettartige Form gekennzeichnet ist. Das leicht ausgezogene untere Ende der Basis erlaubte eine freie Aufstellung der Figur. 

Der relativ kleine Kopf mit dem einfach modellierten Gesicht wird von einer spitzen Kappe bekrönt, die auf Höhe der ungegliederten, leicht nach unten gezogenen Ohren ein weit ausgebuchtetes Dreieck bildet. Die Augen werden durch zwei Scheiben markiert, die in der Mitte eingestochen sind, während die Nase spitz aus dem Ton herausgekniffen wurde; weder Mund- noch Kinnpartie sind angedeutet.

Die separat geformten Arme hängen seitlich herab, wobei die Hände mit den eingeritzten Fingern auf der Hüfte liegen. Der kaum konturierte Körper ist insgesamt durch eine langgestreckte, fast pfeilerartige Form gekennzeichnet, die vielleicht auf die Nachbildung eines Gewandes zurückgeht, das über die Füße fällt und damit zugleich eine Standfläche schafft. Die Rückseite ist unverziert. Während die Applikation an den Handgelenken einen Ärmelsaum oder einfache Armbänder wiedergeben könnte, wird der Halsschmuck durch zwei aufgelegte Tonwülste mit länglichen Einkerbungen angezeigt, die auf dem Rücken nicht geschlossen sind. 

Herkunft und Deutung

Obwohl keine sekundären Geschlechtsmerkmale angegeben sind, könnte es sich hier um eine männliche Figur handeln. Die ungewöhnliche Kopfform, die diesem und ähnlichen Stücken zu eigen ist, scheint auf eine Helmform zurückzugehen. Vergleichbare Figuren, bei denen die Kappe durch eine senkrechte Riefelung deutlich vom Kopf abgesetzt ist, wurden vor allem in der mittleren Euphrat-Region gefunden. Die weite Streuung der Funde aus Grabungen wie Selenkahiye oder Halawa im heutigen Syrien erschwert eine sichere Deutung der Figuren. Auch sind schriftliche Zeugnisse, die Aufschluss über Herstellung oder Verwendung geben könnten, bisher nicht belegt. 

Sollte es sich bei den Stücken um Idole oder Götterfiguren handeln, dann könnte man sich eine Verehrung im privaten Bereich vorstellen, wobei jedoch offenbleiben muss, welche Fähigkeiten oder Aufgaben den Bildwerken zugesprochen wurden. Denkbar wäre auch, dass die Figuren in einem magisch-rituellen Zusammenhang zu sehen sind und zum Beispiel im Krankheitsfall stellvertretend für den Betroffenen angefertigt und beschworen wurden. Aufgrund der stratigraphischen Beobachtungen kann dieser Figurentyp in das ausgehende 3. Jahrtausend v. Chr. datiert werden. 

Daten

Material: Ton, handgeformt
Höhe: 11,7 cm
Alter: Frühsyrische Zeit III, Ende 3. Jahrtausend v. Chr.
Fundort: Syrien 

Autorin

Nadja Cholidis
Nadja Cholidis