Heute

Ausstellungen

PLAYMOBIL – Archäologische Zeitreise

5. Oktober 2022 bis 2. April 2023
Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert eine Ausstellung der ganz besonderen Art: Deutschlands größte PLAYMOBIL-Sammlung ist erstmals in Hamburg zu sehen. Künstler und PLAYMOBIL-Sammler Oliver Schaffer verwandelt das Museum dafür in eine fantasievolle Spielzeug-Landschaft, die einen detailreichen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

Heino Jaeger „Man glaubt es nicht“

Ausstellung: 7. Juli bis 5. März 2023
Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg feiert den Harburger Künstler Heino Jaeger

AMH Harburger Rathausplatz: Abenteuer Archäologie

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert seine archäologische Ausstellung in einem bisher einzigartigen Konzept als spannende Reise durch die Zeiten und Erlebnismuseum für die ganze Familie.
Im Zentrum stehen Fragen, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: Woher kommen wir? Wohin entwickeln wir uns? Die Antworten findet man nicht in althergebrachten Vitrinen, sondern beim Erkunden, Anfassen und Ausprobieren.

Veranstaltungen

Heute

Ein Ehrengeschenk ist zurück in Harburg

Das Porträt Denickes wurde 1929 vom Harburger Maler Hermann Müller-Vogelsang (1887-1972) geschaffen.

1924 würdigt die Stadt seinen scheidenden Oberbürgermeister Heinrich Denicke (1856 – 1943)

Als am 28. Dezember 1924 Harburgs Oberbürgermeister Heinrich David Denicke (1856–1943) aus seinem Amt verabschiedet wurde, konnten sich viele Harburger wohl gar nicht an eine Zeit ohne ihn an der Stadtspitze erinnern. 42 Jahre war der gebürtige Buxtehuder in den Diensten der Stadt. Zu seiner Verabschiedung machte ihm die Stadt Harburg im Rahmen eines Festaktes ein besonderes Geschenk.

Denicke wurde zum 11. Ehrenbürger der Stadt ernannt und erhielt aus den Händen von Stadtsyndikus Telemann zwei silberne Tischleuchter: “Indem ich Ihnen im Namen des Magistrats und des Bürgervorsteher-Kollegiums diesen Ehrenbrief hiermit übergebe, habe ich ferner vom Magistrat und dem Bürgervorsteher-Kollegium den Auftrag erhalten, Ihnen als Ehrengeschenk der Stadt zwei silberne Leuchter zu überreichen, die zu dauernder Erinnerung an Ihre Tätigkeit in Ihrer Familie aufbewahrt werden mögen.”

Einer dieser Leuchter ist nun nach Harburg zurückgekehrt. Mit der finanziellen Unterstützung des Museumsvereins Harburg war der Ankauf des silbernen Leuchters, einer sogenannten Girandole, möglich. »Ihrem hochverdienten scheidenden Oberbürgermeister nach fast 42jähriger Tätigkeit gewidmet von der Stadt Harburg 1883–1924« “ heißt es auf der Gravur, die den Fuß des silbernen Tischleuchters kunstvoll verziert. In der Amtszeit Denickes entwickelte sich die aufstrebende Industriestadt Harburg enorm weiter. Bei seiner Berufung zum Stadtsyndikus 1883 lebten in der damals viertgrößten Stadt der preußischen Provinz Hannover rund 20.000 Menschen. Harburg boomte ununterbrochen, 1924 waren es 70.000.

Das Porträt Denickes wurde 1929 vom Harburger Maler Hermann Müller-Vogelsang (1887-1972) geschaffen.
Das Porträt Denickes wurde 1929 vom Harburger Maler Hermann Müller-Vogelsang (1887-1972) geschaffen. © AMH

In seiner Zeit als Bürgermeister ab 1899 und als Oberbürgermeister ab 1903 veranlasste und begleitete er vielfach grundlegende Veränderungen. Das Stadtgebiet wurde durch Eingemeindungen vergrößert, Wohnungen für die stetig anwachsende Bevölkerung wurden gebaut. Damit einher ging ein grundlegender Neu- und Ausbau städtischer Infrastruktur. Große Teile Harburgs wurden an ein Abwassernetz angeschlossen, Straßen und Fußwege gepflastert. Das Wasserwerk und das Krankenhaus wurden vergrößert, das Elektrizitätswerk neu errichtet.

Ein besonderer Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik Denickes war der Ausbau der Hafenanlagen. Der Binnenhafen stieß an seine Leistungsgrenze, Industrieansiedlungen stagnierten. Aus dieser Notwendigkeit heraus initiierte Denicke den Bau von drei Seehafenbecken auf dem Gelände des Elbdorfes Lauenbruch. Wenig später war er maßgeblich am Abschluss des 3. Köhlbrandvertrages zwischen Preußen und Hamburg von 1908 beteiligt. Der Elbarm wurde begradigt und in den Jahren 1908-1913 auf 10 Meter vertieft. Dies erlaubte den Verkehr von Hochseeschiffen nach Harburg. Neben Emden und Stettin wurde Harburg in der Folge zu einem der bedeutendsten preußischen Seehafenstädte. Neue Großindustrien siedelten sich nun auf dem Gelände um die Seehafenbecken an.

1926 zog Denicke für die nationalliberale Deutsche Volkspartei (DVP) in den Hannoveraner Provinziallandtag ein. Noch zu Lebzeiten erhielt der ehemalige “Holzweg” in Heimfeld seinen Namen. Heinrich Denicke starb mit 88 Jahren am 30. November 1943.

Autor

Jens Brauer
Jens Brauer

Leiter der Abteilung Stadtgeschichte am AMH