Heute

Ausstellungen

PLAYMOBIL – Archäologische Zeitreise

5. Oktober 2022 bis 2. April 2023
Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert eine Ausstellung der ganz besonderen Art: Deutschlands größte PLAYMOBIL-Sammlung ist erstmals in Hamburg zu sehen. Künstler und PLAYMOBIL-Sammler Oliver Schaffer verwandelt das Museum dafür in eine fantasievolle Spielzeug-Landschaft, die einen detailreichen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

Heino Jaeger „Man glaubt es nicht“

Ausstellung: 7. Juli bis 5. März 2023
Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg feiert den Harburger Künstler Heino Jaeger

AMH Harburger Rathausplatz: Abenteuer Archäologie

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert seine archäologische Ausstellung in einem bisher einzigartigen Konzept als spannende Reise durch die Zeiten und Erlebnismuseum für die ganze Familie.
Im Zentrum stehen Fragen, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: Woher kommen wir? Wohin entwickeln wir uns? Die Antworten findet man nicht in althergebrachten Vitrinen, sondern beim Erkunden, Anfassen und Ausprobieren.

Veranstaltungen

Heute

Landgewinnung in Hamburg

Hamburg. Blick nach Süden in die Baugrube auf der Cremoninsel mit den in einer Achse liegenden Kloaken und der Pfostenreihe an der westlichen Grabenkante.

Neuland für eine wachsende Stadt

In der Hamburger Innenstadt werden derzeit zahlreiche Bürogebäude aus den 1960er-Jahren abgebrochen, um Platz für Neubauten zu schaffen. Betroffen davon sind auch mehrere Parzellen in der städtischen Elbmarsch auf der Cremoninsel, die als Stadterweiterungsgebiet in der ersten Hälfte des 13. Jh. geplant kolonisiert wurde.

Hamburg. Blick nach Süden in die Baugrube auf der Cremoninsel mit den in einer Achse liegenden Kloaken und der Pfostenreihe an der westlichen Grabenkante.
Hamburg. Blick nach Süden in die Baugrube auf der Cremoninsel mit den in einer Achse liegenden Kloaken und der Pfostenreihe an der westlichen Grabenkante. © AMH

Mit einer Ausnahme erstreckte sich auf allen Parzellen eine Tiefgarage, die archäologischen Kulturschichten waren dort tiefgründig ausgeräumt. Beim Bodenaushub während der Wintermonate konnten zwischen der Tiefgaragenaußenwand und der östlichen Baugrubenwand in einem schmalen, knapp 3 m breiten Streifen archäologische Befunde dokumentiert werden. Zwei parallel verlaufende Reihen von Eichenpfosten querten leicht diagonal von Norden nach Süden die Baugrube. Bretterwände zwischen den Pfosten lassen den Schluss zu, dass es sich um die Überreste der im Spätmittelalter planmäßig durchgeführten Landgewinnung handelt. Extrem tiefe, aber schmale Holzkästen wurden mit Erde aufgefüllt, dazwischen legte man Entwässerungsgräben an.

Zu den spätmittelalterlichen Bauresten zählen zwei Kloaken, eine Kastenkonstruktion mit Wänden aus vertikal gesetzten Brettern und ein Ziegelschacht in einem viereckigen Holzkasten. Eine dritte, größere Kloake, die in einer Achse mit den beiden anderen, aber tiefer im Grundstück liegt, sitzt im verfüllten Grabenbereich zwischen zwei Parzellen und zeigt eine andere Bauweise. Der aus Klosterformatziegeln aufgemauerte Schacht mit einem Außendurchmesser von 3,5 m gründete auf einer Lage von Brettern, die infolge der Last im Mauerbereich nach unten gedrückt wurden und sich dadurch aufwölbten.

Entlang der westlichen Grabenkante wurde eine Wasserleitung aus Baumstämmen mit Gefälle nach Norden freigelegt. Die Stämme hatte man der Länge nach durchgesägt. Der so entstandene Deckel wurde später auf den mit einer rechteckigen Rinne versehenen unteren Teil passgenau aufgesetzt. Die Wasserleitung gehörte zur Interessenschaft des Catharinen Feldbrunnens, die ihr Wasser im heutigen Stadtteil St. Pauli von 1534 bis ihrer Auflösung 1869 vornehmlich zum Brauen von Bier aus gesammeltem Quellwasser bezog.

Darüber hinaus fanden sich im Verlauf des in der Neuzeit überbauten Grabenbereiches verschiedene hölzerne Gründungen von bereits abgeräumten Ziegelmauern, die z. T. die älteren Baureste durchschnitten.

Autorin

Dr. Elke Först
Dr. Elke Först

Leiterin der Bodendenkmalpflege Hamburg am AMH

Dieser Artikel erschien in

Archäologie in Deutschland 2014
Ausgabe 3/2014
Aktuelles aus der Landesarchäologie, S. 46