1975 – Harburg vor 50 Jahren
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In der Steinzeit nutzten unsere Vorfahren Holz, Knochen und Stein als Werkstoffe. Mit der Erfindung neuer Materialien wurden die traditionellen Werkstoffe ersetzt, erst durch Bronze, später durch Eisen und seit Beginn des 20. Jahrhunderts im industriellen Maßstab durch Plastik und Verbundwerkstoffe. In unserer Industriegesellschaft werden …
Die Kinder gehen gemeinsam auf eine Reise in die Vergangenheit und entdecken archäologische Fundstücke aus der Zeit der Mammutjäger, der alten Römer und aus dem Mittelalter. Nach der Zeitreise warten viele bunte Lego-Steine darauf, sich in ein Mammut, ein Römerkastell oder eine Ritterburg zu verwandeln.
Bei der Durchsicht alter Fundkomplexe während der Vorbereitungen auf die Sonderausstellung „Mythos Hammaburg“ fiel ein als Deckel bezeichnetes rundes Holzobjekt ins Auge. Bei näherer Betrachtung entpuppte sich der Gegenstand als hölzerner Rahmen eines Spiegels. Den Rahmen hatte man aus einer knapp 1 cm starken Weichholzscheibe angefertigt. Das gesamte Objekt hat einen Durchmesser von 24,3 cm.
Der Drechsler stellte die eingetiefte Fläche für den Spiegel, der einen Durchmesser von 10,5 cm hatte, im so genannten Querholzdrehverfahren her. Um diese Fläche verläuft eine vertiefte, 1,5 cm breite Randzone. Von der Innenfläche wird die Randzone durch einen ausgesparten Holzring getrennt. In der Randzone sind in Abständen fünf trapezförmige, dunkle Verfärbungen zu erkennen.
Entsprechend einem Vergleichsfund aus der Hansestadt Lübeck handelt es sich dabei um die Abdrücke ehemals an diesen Stellen eingefügter Weichmetallscheiben, die wohl einst verziert waren. Am Rand der Spiegelfläche sind Reste einer weißen, kittartigen Masse zu erkennen, in die der nicht erhaltene, leicht konvex gewölbte, auf der Rückseite mit Bleifolie belegte Glaskörper eingelassen war. Obgleich Löcher einer entsprechenden Vorrichtung fehlen, dürfte der Spiegel aufgrund seiner Größe nicht aufgestellt, sondern an einer Wand aufgehängt gewesen sein.
Der Spiegelrahmen wurde 1961 während einer baubegleitenden Untersuchung unterhalb des altstädtischen Geestsporns gefunden. Man hat ihn als Lesefund aus dem 1877 zugeschütteten Reichenstraßenfleet geborgen. Anhand schon länger bekannter vergleichbarer Funde, zum Beispiel aus den Hansestädten Lübeck und Rostock, dürfte der Hamburger Fund in das späte Mittelalter beziehungsweise in die frühe Neuzeit zu datieren sein. Der Spiegel stammt somit aus einer Zeit, die in Hamburg archäologisch noch kaum erforscht ist.
Leiterin der Bodendenkmalpflege Hamburg am AMH
Archäologie in Deutschland 05/2014
Aktuelles aus der Landesarchäologie, S. 48/49
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