Hamburg von oben – Ein historischer Rundflug
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Vor 40 Jahren wurde mitten in der Harburger Innenstadt ein Kunstwerk errichtet, das die internationale Erinnerungskultur nachhaltig prägen sollte. Aus diesem Anlass zeigt das Stadtmuseum Harburg die Ausstellung „AUF DAUER NUR WIR SELBST – 40 Jahre Harburger Mahnmal gegen Faschismus“. Die durch den Bezirk Harburg initiierte und finanzierte Ausstellung wird am 8. Oktober im Planet Harburg eröffnet.
Als das von Esther Shalev-Gerz und Jochen Gerz entwickelte „Harburger Mahnmal gegen Faschismus Krieg, Gewalt – für Frieden und Menschenrechte“ am 10. Oktober 1986 eingeweiht wurde, brach es bewusst mit den Konventionen klassischer Denkmäler. Die zwölf Meter hohe, bleiummantelte Stele sollte nicht betrachtet, sondern genutzt werden. Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, ihre Namen in die Oberfläche einzuritzen und damit öffentlich Stellung gegen Faschismus, Krieg und Gewalt sowie für Frieden und Menschenrechte zu beziehen.
Mit jeder vollständig beschriebenen Fläche wurde die Stele weiter in den Boden abgesenkt. In acht Schritten verschwand das Mahnmal bis 1993 vollständig im Untergrund. Zurück blieb die bis heute gültige Botschaft: „Denn nichts kann auf Dauer an unserer Stelle sich gegen das Unrecht erheben.“ Das versenkte Mahnmal befindet sich am Harburger Ring 31 (nahe der S-Bahn-Station Harburg Rathaus) und ist heute durch ein Sichtfenster in der Fußgängerunterführung zu sehen.
Die Ausstellung des Stadtmuseums Harburg zeichnet die Entstehungsgeschichte des Mahnmals nach. Sie beleuchtet das außergewöhnliche Beteiligungskonzept, die kontroversen öffentlichen Debatten und die Reaktionen von Politik, Medien und Bevölkerung. Das Harburger Mahnmal gilt heute als eines der bedeutendsten Beispiele eines sogenannten Gegen-Denkmals. Es rückte die Verantwortung des Einzelnen in den Mittelpunkt und veränderte die Vorstellung davon, wie Erinnern im öffentlichen Raum gestaltet werden kann, nachhaltig. Anhand von Fotografien, Entwurfs- und Wettbewerbsunterlagen und zeitgenössischen Presseberichten macht die Ausstellung die Geschichte und Aktualität des Mahnmals erfahrbar. Vier Jahrzehnte nach seiner Errichtung lädt sie dazu ein, über Erinnerung, demokratische Verantwortung und den Umgang mit Faschismus und Menschenfeindlichkeit in der Gegenwart nachzudenken.
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