Heute

Ausstellungen

PLAYMOBIL – Archäologische Zeitreise

5. Oktober 2022 bis 2. April 2023
Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert eine Ausstellung der ganz besonderen Art: Deutschlands größte PLAYMOBIL-Sammlung ist erstmals in Hamburg zu sehen. Künstler und PLAYMOBIL-Sammler Oliver Schaffer verwandelt das Museum dafür in eine fantasievolle Spielzeug-Landschaft, die einen detailreichen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

Heino Jaeger „Man glaubt es nicht“

Ausstellung: 7. Juli bis 5. März 2023
Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg feiert den Harburger Künstler Heino Jaeger

AMH Harburger Rathausplatz: Abenteuer Archäologie

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert seine archäologische Ausstellung in einem bisher einzigartigen Konzept als spannende Reise durch die Zeiten und Erlebnismuseum für die ganze Familie.
Im Zentrum stehen Fragen, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: Woher kommen wir? Wohin entwickeln wir uns? Die Antworten findet man nicht in althergebrachten Vitrinen, sondern beim Erkunden, Anfassen und Ausprobieren.

Veranstaltungen

Heute

Rückblick: Bericht Ernst Schulze

Die Schlacht an der Moorburger Schanze

Ernst Schulze, 1789 in Celle geboren und aufgewachsen, war ein Dichter der deutschen Romantik. Er war während der Zeit des französisch besetzten Hamburgs in Hausbruch und Moorburg stationiert. In seinen Briefen berichtet er:

5. April 1814: »Als wir einige Tage zu Hausbruch gelegen hatten, hörten wir gegen Abend eine starke Kanonade jenseits Harburg. Von einer Anhöhe konnten wir das Gefecht deutlich beobachten. Die Franzosen griffen die Moorburger Schanze mit überlegener Macht an und nach den Aussagen eines Überläufers comandierte Eckmühl [der französische Marschall Louis-Nicolas D’Avoût] selbst. Das Feuer dauerte drey bis vier Stunden ununterbrochen und hörte erst tief in der Nacht auf. […] Da indeß Moorburg eine sehr wichtige Position ist, und die Franzosen sich vorgenommen haben die Schanze zu nehmen, es koste, was es wolle, so mußte unser
ganzes Bataillon […] hierher aufbrechen, um die hiesigen Truppen zu verstärken. Schon gestern […] rückten drey Bataillons Franzosen von neuem gegen uns an. […] Das Geräusch der Kugeln, die über das Wasser herflogen, war mir eine ganz neue und etwas erschütternde Musik. Es ist gewiß für jeden Menschen eine fatale Empfindung zum ersten Mahle in eine wirkliche Schlacht hinauszutreten. […] Jetzt haben die Franzosen drey Kanonenboote gegen unsere Schanzen gerichtet, wir erwarten aber mit jedem Augenblick die Ankunft der englischen Kanonenboote, welche bestimmt sind, die französischen in den Grund zu schießen und die Brücke über die Elbe zu zertrümmern. Dieses kann ein wichtiger Schritt zur Eroberung von Hamburg seyn, wo außerdem die Noth mit jedem Tage wächst.«
11. April: »[…] Unsere Position war nicht vortheilhaft, denn wir standen zu beyden Seiten des Elbdeiches auf einem schmalen, abhängigen Terrain […]; die Feinde hingegen waren durch Bäume und Gesträuche, durch die Überbleibsel von Lauenbruch, das abgebrannt ist, und durch die ersten Aufwürfe einer von ihnen angefangenen Schanze gedeckt. […] Es war ein heißer Tag; wir hatten in […] 12 Stunden keinen Bißen zu uns genommen und in der unbequemsten Stellung am Deiche liegen oder umherkriechen müßen. Endlich versuchten die Franzosen einen Angriff […], wurden aber zurückgetrieben und mußten uns den Platz überlaßen.«
21. April: »[ … Wir haben] unsre Position stark verschanzt, weil Eckmühl sie gar zu gern hätte, und uns zur Seite liegen 4 Englische Kanonenböte, die zu einem Angriff auf die Wilhelmsburger Brücke und die darauf befindlichen Blockhäuser bestimmt sind. Was die hiesige Position sehr beschwerlich macht, ist die große Waßersnoth, die durch mehrere Deichbrüche jenseits Harburg verursacht ist. Die ganze Ebne zwischen der Elbe und dem Schwarzenberge steht tief unter Waßer, das sich bis nach Buxtehude hin erstreckt […]. Die meisten Häuser in Moorburg und der Umgebung ragen nur noch mit den Giebeln hervor, viele sind schon fortgeschwemmt, und Alles campirt auf dem Deiche. [ … ] Wir hatten freylich immer Hoffnung, von hier abgelößt zu werden, jetzt aber werden wir wohl bis zur Übergabe von Hamburg hier bleiben [ … ].«
Schulze überlebte den Krieg und wurde während der Übergabe Hamburgs im Mai 1814 als Kommandant von Altenwerder gefeiert. Er starb 1817 im Alter von 28 Jahren in Celle an Schwindsucht.

Bericht: Bent Jensen, Zitate von Ernst Schulze, aus: Helms-Museum Aktuell 47, S. 2