Goldener Halsring

In einem moorigen Wiesengelände in Hamburg-Schnelsen entdeckte der Sohn des Grundbesitzers im Jahr 1856 einen großen goldenen Ring und überließ ihn seinen Kindern zum Spielen. Erst als ein Hausierer und ein Goldschmied Geld für den Ring boten, wurde er stutzig. Eine Analyse in der Pinneberger Apotheke ergab, dass der Ring aus massivem Gold bestand. Die schleswig-holsteinische Altertümergesellschaft erhielt Kenntnis von diesem Fund. Auf ihre Bitte hin bewilligte der dänische König 288 Taler zum Ankauf des Ringes, der so am 26. September 1856 in den Besitz des Vaterländischen Museums in Kiel kam.
In Norddeutschland gibt es keinen direkt vergleichbareren Ring, höchstwahrscheinlich stammt er aus Skandinavien. Das wertvolle Material und die Seltenheit von ähnlichen Funden lassen darauf schließen, dass es sich um ein Prestigesymbol handelte. Möglicherweise war der Halsring ein Rangabzeichen und kennzeichnete den hohen Stand eines Mannes. Der Ring wurde vermutlich als Opfergabe im Moor versenkt.


Details

Titel: Goldhalsring
Ersteller: Foto: AMH
Datum: Völkerwanderungszeit
Ort: Hamburg-Schnelsen
Herkunft: Archäologisches Museum Hamburg Stadtmuseum Harburg|Helms-Museum
Typ: Schmuck (Replik)
Material: Gold

 

Gemeinsame Bestattung von Ross und Reiter

1951/52 wurden in der Heidlohstraße in Hamburg-Schnelsen im Zuge der Bauarbeiten für eine Kriegsversehrtensiedlung archäologische Untersuchungen durchgeführt. Neben Grabhügeln aus der Bronzezeit wurde auch ein nordsüdlich ausgerichtetes
Körpergrab aus dem frühen Mittelalter freigelegt.

Der Mann, der um 750 n. Chr. in Schnelsen zusammen mit seinem Pferd beigesetzt worden war, hatte seine Waffen – Schwert, Messer, Lanze und Schild – mit ins Grab bekommen. Eine Besonderheit waren Teile des Reitzubehörs: Zaumzeug, Sattel und Steigbügel kennzeichneten den Verstorbenen als hochrangigen sächsischen Reiterkrieger. Reiten war ein Privileg, das nur wenigen zustand.