BURGEN IN HAMBURG VORTRAG

 

Referent: Prof. Dr. Oliver Auge, Christian-Albrechts-Universität Kiel

 

Burgen als mächtige Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit ziehen die Menschen noch heute in ihren Bann und beflügeln ihre Fantasie vom Leben im Mittelalter. Auch in Hamburg und seinem Umland gibt es Spuren dieser fernen Zeit. Das Archäologische Museum Hamburg hat sich mit seiner aktuellen Ausstellung „Burgen in Hamburg — Eine Spurensuche“ aufgemacht, dieses Thema zu beleuchten. Passend dazu stellt der nächste Vortrag die Erbauer der größten Burganlage Norddeutschlands vor, der Neuen Burg. Sie wurde vor genau 1000 Jahren vom Billunger-Herzog Bernhard II. (1011 – 1059) errichtet. Der Referent, Prof. Dr. Oliver Auge ist ein profunder Kenner dieses Adelsgeschlechts und gibt in seinem Vortrag spannende Einblicke in das Leben der Herzogsfamilie.

 

Schon im frühen Mittelalter gab es in Hamburg Befestigungsanlagen, die die wichtigen Warenumschlagplätze zwischen Nord- und Mitteleuropa schützten und die vor allem als befestigte Wohnsitze einen unentbehrlichen Schutzort und Machtfaktor für Herzöge und Kirchenfürsten darstellten. Archäologisch betrachtet, gibt diese wichtige Phase der Geschichte Norddeutschlands aber immer noch viele Rätsel auf.

 

Die sensationellen Grabungsergebnisse der letzten Jahre an der Neuen Burg im Zentrum Hamburgs konnten inzwischen zur Lösung vieler Fragen beitragen. U.a. lenkten sie die Aufmerksamkeit der Forscher auf die Erbauer der Neuen Burg, die Billunger. Sie waren über fünf Generationen von der Mitte des 10. Jahrhunderts bis 1106 Herzöge von Sachsen und übten als solche auch über Hamburg und Nordelbingen Herrschaftsrechte aus. Trotzdem gehören sie zu den großen Unbekannten der schleswig-holsteinischen Landes- und auch der Hamburger Stadtgeschichte. Weder weiß man, wie ihre Herrschaft in diesem Gebiet konkret aussah, noch kann man mit letzter Sicherheit sagen, welchen Glauben der schriftlichen Überlieferung zu ihnen letztlich überhaupt zu schenken ist. Und dies gilt nicht nur für die chronikalische Überlieferung, die im Mittelalter stets mit einer gewissen Vorsicht zu genießen ist, sondern auch für die wenigen erhaltenen Urkunden der Billungerzeit. Der bebilderte Vortrag wird einen anschaulichen Überblick über diese spannende Forschungsgeschichte gewähren und damit auch zur Beantwortung der Frage beitragen, wer oder was die Billungerherzöge nördlich der Elbe eigentlich waren.

 

Die Vortragsreihe geht weiter:
Am 28. April wird sich ein führender deutscher Experte der Geologie des Eiszeitalters, Dr. Jürgen Ehlers, in seinem Vortrag mit dem Thema „Eiszeit in Harburg“ beschäftigen.

 

Bitte beachten Sie:
Es gilt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske.

 


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Dauerausstellung

Harburger Rathausplatz 5
21073 Hamburg

Infos:

kostenlos

ohne Anmeldung

Termin(e):