MARGIANA VORTRAG

Archäologisches Museum Hamburg präsentiert neuen Vortrag in der Reihe „Schaufenster der Geschichte“

Gonur Depe — bronzezeitliche Königsstadt in der Wüste Turkmenistans  

Referent: PD Dr. Nikolaus Boroffka, Deutsches Archäologisches Institut, Eurasien-Abteilung, Berlin

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 15. November um 18.00 Uhr einen neuen Vortrag in der Reihe „Schaufenster der Geschichte“. Der Vortrag findet im Rahmen der frisch eröffneten Ausstellung „Margiana — Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“ statt. Der Referent Dr. Nikolaus Boroffka berichtet über die spannenden Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen der Stadtanlage von Gonur Depe, an der er beteiligt war. Die bei den Ausgrabungen entdeckten Funde und Baustrukturen lassen noch heute eine beeindruckende Meisterleistung früher Stadtplanung erkennen und sind gleichzeitig Zeugnisse einer geheimnisvollen Kultur am Rande der antiken Seidenstraße.

Gonur Depe, eine einst blühende Metropole im Deltabereich des Murgab-Flusses, ist heute inmitten der riesigen Wüste Karakum in Turkmenistan gelegen. Vor rund 5.000 Jahren war das Gebiet die Wiege einer faszinierenden Hochkultur der Bronzezeit. Seit 2010 beteiligt sich auch das Deutsche Archäologische Institut an einer der größten Siedlungsgrabungen Asiens. Zum Grabungsareal gehören auch ein umfangreiches Gräberfeld sowie prunkvolle Königsgräber innerhalb der Stadtmauer.

Von einem gewaltigen Mauerring umschlossen, war die 28 Hektar große Stadtanlage Gonur Depes in verschiedene Bezirke eingeteilt, darunter Wohnareale, Handwerkerviertel und Friedhöfe. Das Herzstück bildete ein quadratisches Palastareal, das durch mit Türmen bewehrte Mauern befestigt war.

Die Glanzlichter der Ausgrabungen sind ohne Zweifel die sogenannten „Königsgräber“ —  mit feinsten Mosaiken ausgeschmückte Grabhäuser, in denen die verstorbenen Würdenträger prunkvoll zur letzten Ruhe gebettet worden sind. Reich verzierte, mitsamt den Zugtieren beigegebene Prunkwagen, Schmuck, Waffen, Ritualgeräte sowie prachtvolle Gefäße aus Silber und Gold stellen einzigartige Meisterwerke bronzezeitlicher Handwerks- und Goldschmiedekunst dar. Doch auch die Funde aus dem Stadtgebiet sprechen für sich: Exotische Objekte und Materialien belegen Fernkontakte bis in das Industal im heutigen Pakistan, zu den Hochkulturen Mesopotamiens, nach Syrien, in den Oman sowie bis in die fast 2.000 km nördlich gelegenen Steppen des Uralgebiets.

Die Ausstellung „Margiana — Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“ ist vom 2. November 2018 bis 17. Februar 2019 im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen.

 

Die Vortragsreihe geht weiter: Am 29. November wird Prof. em. Dr. Hanno Schaumburg von der Technischen Universität Hamburg ebenfalls passend zur aktuellen Ausstellung des Museums einen Vortrag halten. Sein Thema lautet: „Turkmenistan — 5.000 Jahre Geschichte“.

 

Fotos: Herlinde Koelbl


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Dauerausstellung

Harburger Rathausplatz 5
21073 Hamburg

Infos:

Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

Termin(e):