GLADIATOREN VORTRAG

 

Das Archäologische Museum Hamburg startet wieder in eine neue Vortragsrunde: Dr. Thomas Hufschmid, Leiter der Monumentenkonservierung der Augusta Raurica in der Schweiz, wird am Donnerstag, dem 26. August um 18 Uhr in seinem Vortrag mit einigen Mythen rund um das Thema „Gladiatoren“ aufräumen und dabei auch Überraschendes vermitteln. 

 

Arenen und Gladiatorenkämpfe gehören zu den Phänomenen, die wir besonders mit der antiken römischen Kultur verbinden. Die Nachwelt machte sich bisher vor allem durch Hollywoodfilme ein Bild davon, welche Bedeutung beides für die Römer hatte. Allein das Kolosseum in Rom fasste bis zu 50.000 Menschen, die dort die Kämpfe der Gladiatoren bejubelten. In die Errichtung der römischen Theaterbauten und die Durchführung der darin stattfindenden Spiele wurden oft gewaltige finanzielle Mittel investiert. Wer sich den Prunk der antiken Arenen und die Baukosten für die Amphitheater mit ihren raffinierten technischen Installationen anschaut, dem wird schnell klar, dass es hier um weit mehr als bloße Massenunterhaltung und Volksbelustigung ging.

 

Die Gladiatorenkämpfe in den Amphitheatern dienten nicht allein der Unterhaltung, sondern unterstrichen auch den hegemonialen Machtanspruch Roms und die Rolle des Kaisers als gerechten Herrscher. In der Arena herrschte die Ordnung der römischen Welt. Die Gladiatorenspiele waren kein sinnloses Gemetzel, sondern es ging um die Darstellung der römischen Tugenden wie Tapferkeit und Todesmut sowie die Würde der Kämpfer. Diese galten zu ihrer Zeit als Helden, trainierten in speziellen Schulen wie heutige Spitzensportler und wurden mit aufwendigen Rüstungen ausgestattet.

 

Im Verlauf der Zeit machten die Spiele in der Arena eine ideologische Wandlung durch. Was sich in der mittleren und späten Republik als religiöses Ritual und Beispiel für kriegerische und gesellschaftliche Tapferkeitsvorstellungen herausgebildet hatte, wurde später in ein visuelles und ideologisches Konzept umgedeutet. Die Arena war ein Ort, an dem man damals in zugleich eindrücklicher und erziehender Weise den Kampf choreographierte und mittels einer speziellen Bildsprache die soziale Ordnung visualisierte. Selbst die in der Arena veranstalteten Hinrichtungen waren ein Element dieser machtlegitimierenden Bildsprache, die kulturelle Zusammengehörigkeit demonstrieren und den imperialen Machtanspruch untermauern sollte.

Der Vortrag verspricht einen völlig neuen Blick auf die Helden des Kolosseums und die Arenen mit ihrer funktional durchdachten Architektur und ihren raffinierten und beeindruckenden technischen Einrichtungen.

 

Die Vortragsreihe geht weiter: Am 30. September 2021 hält Dr. Frank Hildebrandt, Leiter der Antikensammlung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, einen Vortrag zum Thema „Spectaculum Gladiatorium – Vom Ursprung bis in die großen Arenen Roms“.

 

Bitte beachten Sie:

Die Veranstaltung findet Corona-bedingt zunächst im Kulturzentrum Rieckhof statt. Es gelten die jeweils aktuellen Abstands- und Hygieneregelungen zur Eindämmung der Pandemie. Bitte informieren Sie sich kurzfristig an dieser Stelle, was diese umfassen. Eine Teilnahme ist nur nach einer vollständigen Kontakterfassung möglich. Bitte erscheinen Sie für dieses Prozedere frühzeitig. Alle Gäste müssen während der Veranstaltung voraussichtlich einen medizinischen Mund-Nase-Schutz tragen.

 


Standort:

Kulturzentrum Rieckhof, Rieckhoffstraße 12, 21073 Hamburg

Infos:

Kosten:
4 Euro, ermäßigt 3 Euro

Termin(e):

26.8.21

18:00 - 19:30 Uhr