BURGEN IN HAMBURG VORTRAG

Burgen zwischen Ideal und Wirklichkeit. Warum ist die Burg des Mittelalters ganz anders als in unserer Vorstellung?

Referent: Dr. Heiko Laß, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Kunstgeschichte

 

Eine Burg fasziniert Jung und Alt. In unseren Vorstellungen lebten dort tollkühne Ritter und charmante Burgfräulein. Als mächtige Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit ziehen Burgen die Menschen noch heute in ihren Bann und beflügeln ihre Fantasie vom Leben im Mittelalter. Doch wie sahen die Burgen damals tatsächlich aus? Das Archäologische Museum Hamburg hat sich mit seiner aktuellen Ausstellung „Burgen in Hamburg — Eine Spurensuche“ aufgemacht, dieses Thema zu beleuchten. Passend dazu gibt der nächste Vortrag „Burgen zwischen Ideal und Wirklichkeit. Warum ist die Burg des Mittealters ganz anders als in unserer Vorstellung?“ einen spannenden Blick auf den „Wohnort Burg“. Der Referent, Dr. Heiko Laß, wird am 30. Juni einen Überblick über die idealen Burgen vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert und die Gegenwart geben. Dabei geht es um fiktive und reale Burgen, Burgenfantasien, Burgenrekonstruktion und Burgenneuschöpfungen von landesherrlichen, adeligen oder bürgerlichen Bauherren.

 

Deutschland ist Burgenland: Rund 50.000 der markanten Wehrbauten sind im deutschen Sprachraum nachgewiesen. Mancherorts, etwa am Rhein bei Koblenz, scheint es keinen Felssporn ohne Burg zu geben. Vielen gilt die Burg geradezu als Inbegriff mittelalterlichen Lebens. Doch so präsent die alten Gemäuer sind, so hartnäckig haften ihnen Irrtümer und Irrglauben an. Von wildromantisch bis düster und rückständig – vom Leben auf einer mittelalterlichen Burg existieren viele falsche Vorstellungen. Während zahlreiche Burgen des Mittelalters funktionale Bauten waren, idealisierten bereits die Menschen des Mittelalters die Burg in ihrer Vorstellung zur turmreichen, in die Höhe strebenden Anlage. Dieses Ideal wurde im 19. Jahrhundert tatsächlich gebaut und bestimmt bis heute unsere Vorstellung davon, wie eine Burg auszusehen hat.

 

In den letzten Jahren haben Historiker und Archäologen ihr Burgenbild gründlich revidiert. Ihre Erkenntnisse stehen teils im Gegensatz zu den liebsten Klischees vieler Romanautoren, Drehbuchschreibern und Touristenführern. Der Vortrag geht dem „Mythos Burg“ auf den Grund und zeichnet ein spannendes historisches Gesamtbild zu diesem Thema.

 

Der Referent, Dr. Heiko Laß, ist gebürtiger Hamburger und zurzeit Mitarbeiter beim Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland. Der studierte Kunsthistoriker und Historiker hat sich in der Vergangenheit intensiv mit Burgen und Gutshäusern in Hamburg und seinem Umland beschäftigt.

 

Noch bis zum 21. August 2022 zeigt das Archäologische Museum Hamburg die Sonderausstellung „Burgen in Hamburg — Eine Spurensuche“. Mit dieser Ausstellung schlägt das Museum ein spannendes Kapitel der frühen Stadtgeschichte auf und nimmt nach neuestem Forschungsstand die mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Hamburg in den Blick. Im Zentrum der Schau steht die Neue Burg aus dem 11. Jahrhundert, die Vorbildcharakter für viele weitere mittelalterliche Burgenanlagen hatte.

 


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Dauerausstellung

Harburger Rathausplatz 5
21073 Hamburg

Infos:

Eintritt kostenlos

keine Anmeldung

Termin(e):

30.6.22

18:00 - 19:30 Uhr