VORTRAG

Archäologisches Museum Hamburg präsentiert neuen Vortrag in der Reihe „Schaufenster der Geschichte“

Auf der Suche nach den Ritualen

Ausgrabungen im Süden Tadschikistans

Referentin: Dr. Gunvor Lindström, Deutsches Archäologisches Institut, EurasienAbteilung, Berlin

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 14. Februar um 18 Uhr den letzten Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Margiana — Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“. Die Ausstellung ist nur noch bis zum 17. Februar im Museum zu sehen. Die Referentin, Dr. Gunvor Lindström, nimmt die Zuhörer diesmal mit auf Spurensuche in ein Nachbarland Turkmenistans: „Auf der Suche nach den Ritualen. Ausgrabungen im Süden Tadschikistans“ lautet der Titel ihres Vortrags. Nach den Feldzügen Alexanders des Großen (334-323 v. Chr.) gehörte Mittelasien bzw. das antike Land Baktrien zur hellenistischen, griechisch beeinflussten Welt. Unter Alexander und seinen Nachfolgern wurden zahlreiche Söldner und andere Migranten aus dem Westen angesiedelt. Die Zuwanderer – vor allem junge Männer – heirateten bald in einheimische Familien ein, und es entstand eine multikulturelle Gesellschaft. Während dieser Teil der Geschichte in Grundzügen bekannt ist, wissen wir bisher wenig darüber, wie sich die griechische Kolonisierung auf Baktrien auswirkte. Haben die Griechen ihre eigenen Götter mitgebracht und in ihrer neuen Heimat weiterhin Rituale nach griechischen Mustern praktiziert? Haben sie versucht, die Baktrier zu bekehren? Oder haben sich die Griechen angepasst und begonnen, baktrische Götter zu verehren? In welchem Maße vermischten sich die unterschiedlichen religiösen Traditionen? Die antiken Texte geben auf diese Fragen keine Antworten, und so sind es vor allem archäologische Ausgrabungen in Heiligtümern, die einen Einblick in die praktizierten Rituale, Kulte und mittelbar auch in die Glaubensvorstellungen gewähren.

Die Referentin hat eines dieser Heiligtümer entdeckt und in den Jahren 2013-2018 ausgegraben. In ihrem Vortrag präsentiert sie die wichtigsten Ergebnisse ihrer Ausgrabungen und stellt dar, wie sie aus den archäologischen Funden und Befunden herauszulesen versucht, welche Rituale in dem Heiligtum ausgeführt wurden und inwieweit diese Rituale von griechischen und von einheimisch-baktrischen Traditionen beeinflusst waren.

Die Vortragsreihe geht weiter: Am 28. Februar 2019 präsentiert Jens Brauer, Leiter der Abteilung Stadtgeschichte am Stadtmuseum Harburg, einen Vortrag. Sein Thema lautet: „Rückblick auf die Ausstellung ZEITWENDE – Das Friedrich-Ebert-Gymnasium in Fotografien von 1930“.


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Dauerausstellung

Harburger Rathausplatz 5
21073 Hamburg

Infos:

Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

Termin(e):