Vom 06. Dezember 2006 bis 15. April 2007 zeigte das Helms-Museum die Sonderausstellung “Luftige Höhe – Buntes Treiben. Die Scherenschneider Nolden zwischen Eiffelturm und Jahrmarkt”. Ein Blick auf die Familiengeschichte zeigt, dass die Familie Nolden damals wie heute enge familiäre Bindungen nach Harburg pflegte. Heinrich Nolden jun. hatte nach dem 2. Weltkrieg seinen Lebensmittelpunkt zuerst direkt in Harburg, später in Klecken, im Landkreis Harburg. Dieser enge Bezug zu Harburg war für das Helms-Museum Anlass für eine Präsentation des künstlerisch und kulturgeschichtlich so interessanten Nachlasses der Künstler Heinrich Nolden sen. und Heinrich Nolden jun.

Über das Leben und die Arbeit ambulanter Scherenschneider, die als Vorläufer der Portrait-Fotografen gelten, ist wenig bekannt. Dieser heute kaum noch ausgeübte Beruf war im 19. und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf jedem Jahrmarkt anzutreffen. Das Helms-Museum präsentierte in der Sonderausstellung Scherenschnitte unterschiedlichster Art von Briefmarkengröße bis zum Gemälde-Format und gab erstmals auch einen Einblick in die ungewöhnliche und spannende Arbeitswelt der Künstler.

 

Eine Ausstellung mit Geschichte

Schon 1968 zeigte das Helms-Museum eine Ausstellung von Scherenschnitten aus dem Nolden-Nachlass. Seitdem war der äußerst umfangreiche Nachlass von Heinrich Nolden sen. und Heinrich Nolden jun. von dessen Kindern geordnet und von der Tochter Brigitte Nolden zudem eine Familiengeschichte verfasst worden. Die Ehefrau von Heinrich Nolden jun. schrieb ein Tagebuch, in das viele Erinnerungen aus dem Arbeits- und Familienleben einflossen. Mit Hilfe dieser Informationen konnte ein seltener Einblick in die Arbeit professioneller Silhouetteure gewonnen werden. Wurde bei der ersten Ausstellung im Helms-Museum besonders der künstlerische Aspekt berücksichtigt, so sollten bei der zweiten Sonderausstellung die Arbeit und das Leben zweier Mitglieder des “Fahrenden Volkes” im Mittelpunkt stehen.

Die Ausstellung präsentierte ausgewählte Stücke aus dem mehrere tausend Silhouetten und Scherenschnitte umfassenden künstlerischen Nachlass, der vor allen Dingen auf Heinrich Nolden sen. zurückging. Außerdem wurden Fotos, Geburtsurkunden und Postkarten, Briefe, Verträge, Annoncen und Zeitungsartikel gezeigt. Das Handwerkszeug von Heinrich Nolden jun. gab einen Einblick in die Arbeitsweise eines professionellen Silhouettisten.


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Sonderausstellung

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Ausstellungsdauer:

06.12.2006 bis 15.04.2007

Die Ausstellung ist beendet