Vom 15. Dezember 2007 bis 25. Mai 2008 zeigte das Helms-Museum die Sonderausstellung “Jonathan Meese und Daniel Richter – Der archäologische Schrecken”. Das spektakuläre Ausstellungsprojekt mit seiner freien Interpretation zum Thema Archäologie fand damit seinen Abschluss im Helms-Museum: Das Museum war die letzte Station der Schau und bot als Hamburger Landesmuseum für Archäologie noch einmal einen passenden Rahmen. Die Ausstellung zeigte über 100 Bilder und Objekte, die ein Assoziationsfeuerwerk der beiden Künstler Daniel Richter und Jonathan Meese zur Archäologie boten.

Der besondere Reiz für die beiden Künstler: Sie hatten bei ihrer künstlerischen Arbeit im Helms-Museum freie Hand und gestalteten die Ausstellung vor Ort selbst, inmitten der prähistorischen Exponate des Museums.

Am 18. Januar 2006 fand die viel beachtete Premierenausstellung im Kunsthaus Stade mit 14 Werken der beiden Künstler statt. Seitdem wurde die Schau unter anderem in Galerien und Kunstvereinen in Berlin, Freiburg und Rosenheim gezeigt. Um jede Ausstellung herum gab es ein Happening mit den beiden Künstlern, bei dem neue Objekte entstanden. Jonathan Meese und Daniel Richter gehörten (Stand 2008) zu den weltweit gefragtesten deutschen Künstlern und das Projekt stellte auch für sie eine Premiere dar: Die Ausstellung war die erste Zusammenarbeit der beiden Stars.

Archäologie, Tod und Erinnerung. Das waren die Kernthemen der Ausstellung. Es ging um das Leben und die sterblichen Überreste des Erzbischofs Gottfried von Arnsberg, dessen Grablege 1992 in Stade entdeckt und ausgegraben worden ist. Meese und Richter ließen sich, angeregt von dem mit ihnen befreundeten Stader Stadtarchäologen, Andreas Schäfer, von dem Bischofsgrab inspirieren und machten den Bischof zum Kunstobjekt auf meist großformatigen Leinwänden.

Schon der Titel, “Der archäologische Schrecken”, lässt erahnen, dass es sich um eine freie Interpretation eines archäologischen Themas handelte. Bei einigen Bildern waren die Grabungsfunde stark verfremdet – die Künstler hinterfragten auf diese Weise das gewohnte Geschichtsverständnis. “Die Peitsche der Erinnerung” heißt z.B. eines der Bilder, das einen Totenkopf und eine Lederpeitsche zeigt. In der Ausstellung fanden sich aber auch viele Selbstportraits der Künstler, nicht ohne selbstironische Anspielungen auf ihren eigenen Starkult.

“Die Sachen sind unentschlüsselbar”, sagte Jonathan Meese selbst über die Exponate der Ausstellung. Das Absurde und Komische schimmerte in vielen Werken durch und der Betrachter sollte vieles erst auf den zweiten Blick wiedererkennen. Aber genau darin liegt der Reiz dieser Bilder. Sowohl für den Archäologen als auch für den Künstler waren die Bilder eine neuartige Herausforderung und ein neues Betrachtungsfeld.


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Sonderausstellung

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Ausstellungsdauer:

15.12.2007 bis 25.05.2008

Die Ausstellung ist beendet