Nicht weit entfernt von den Arbeiten an der Neuen Burg findet aktuell eine weitere Grabung des Archäologischen Museums Hamburg in der Willy-Brandt-Straße statt. Ein Neubauvorhaben auf diesem Areal macht archäologische Ausgrabungen notwendig, die das AMH seit September 2019 bis April 2020 durchführt.

 

Das Grabungsareal liegt auf historisch bedeutsamem Gelände am Ostende der einstigen Reichenstraßeninsel.

Grabung Willy-Brandt-Strasse von oben

Grabungsfläche in der Willy-Brandt-Straße von oben

 

 

Ihren Namen verdankt diese Insel den reichen Kaufleuten, die ab ca. 1200 dort siedelten. Das Grundstück, auf dem die Ausgrabung stattfindet, ist seit dem Mittelalter mit dem Namen „Wiedenburg“ belegt. Die Herkunft dieses Namens ist bis heute ungeklärt. Früher wurde hier wirklich eine Burg vermutet, die Bezeichnung kann aber auch auf einen Familiennamen zurückgeführt werden. Die Archäologen hoffen nun, durch die Ausgrabung Neues über die Bedeutung des Areals zu erfahren.

 

 

Grabung Willy-Brandt-Strasse_Bild 1

 

 

Ein Blick in die Frühgeschichte Hamburgs: Der Heidenwall riegelte ab dem 11. Jahrhundert den Altstädter Geestsporn von der Alster im Norden bis zur Elbe im Süden ab. Gut erkennbar ist die im Süden vorgelagerte lang gezogene Reichenstraßeninsel, an deren östlichem Ende sich aktuell die Grabungsstelle befindet.

 

 

Grabung Willy-Brandt-Strasse_Bild 2

 

So umfloss einst die Elbe (blau) die schmale Reichenstraßeninsel. Der rote Kreis markiert die Lage der Ausgrabung, der braune Ring zeigt die Lage der Hammaburg um das Jahr 1000.

 

 

Virtuelle Rekonstruktion des Geländes um das Jahr 1000: in der Mitte die Hammaburg, links die Häuser der frühen Siedlung, unten das Ufer der schmalen Reichenstraßeninsel. Das Grabungsareal an der Inselspitze (rechts) war damals noch unbebaut.

Grabung Willy-Brandt-Strasse_Bild 4

 

 

Der Katasterplan zeigt Hamburg um 1500. Im Kreis die Grabungsstelle am Ostende der schmalen Reichenstraßeninsel.