Harburgern ist sie bestens bekannt: Die berühmte Harburg-Ansicht von Caspar Merian aus dem Jahr 1654. Der überaus repräsentative, fast einen Meter breite Kupferstich war bisher nur in schwarz-weiß-Optik zu sehen. In einem Pilotprojekt des Stadtmuseums Harburg wurde er nun erstmals und europaweit einzigartig digital koloriert und somit fotorealistisch zu neuem Leben erweckt.

 

 

Im Jahr 1654 schuf Caspar Merian mit dem „Prospect der Statt undt Vestung Harburg“ eine Stadtansicht Harburgs aus der Vogelschau vom Schwarzenberg aus. Sie vermittelte zum ersten Mal ein getreues Abbild des damaligen Harburg. Merians Hauptwerk, die „Topographia Germaniae“, zu der auch die Harburger Ansicht gehört, enthielt über 2000 Einzelansichten von Städten, Ortschaften, Burgen, Schlössern und Klöstern. Die von Merian und seinen Mitautoren nach der Natur aufgenommenen Veduten sind in der Perspektive meisterhaft und stellen oftmals die ältesten zuverlässig dokumentierten Ansichten der Orte dar. Sie gelten bis heute als eines der bemerkenswertesten Werke der geografischen Illustration. Der Vorläufer des heutigen „Google Street View“ ließ den Betrachter eintauchen in eine ganz neue Perspektive auf den eigenen Lebensraum – allerdings nur in schwarz-weiß.

Das Stadtmuseum Harburg hat nun in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Roland Warzecha erstmals und europaweit einmalig in einem Pilotprojekt den Merian-Stich fotorealistisch kolorieren lassen. „Ein Blick auf den neu kolorierten Merian lässt unwillkürlich den Gedanken aufkommen: So hätte das barocke Harburg im 30jährigen Krieg auf einem Farbfoto ausgesehen“, so Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg.

Der Harburg-Merian zeigt eine überaus detailreiche Gesamtansicht Harburgs vom Schwarzenberg aus gesehen. Auf dem Stich erstreckt sich die Stadt entlang der Schloßstraße von der Schlossinsel im Norden bis zum alten Stadttor im Süden. Parallel zur Schloßstraße verläuft im Westen der Kaufhauskanal. Gut zu erkennen sind das alte Rathaus, das Kaufhaus und die neu erbaute Dreifaltigkeitskirche. Im Hintergrund sind die Elbe und Hamburg auf der anderen, nördlichen Elbseite dargestellt. „Der Merian ist für uns Archäologen wie ein Blick in die Vergangenheit. Unsere Ausgrabungen der letzten Jahre, die wir in genau diesem Bereich durchgeführt haben, werden so noch einmal mit neuem Leben gefüllt“, so Prof. Weiss weiter.

Ab 21. November kann der farbige Merian jeweils im Format 90 x 40 cm im Museumsshop als Druck auf hochwertigem Hahnemühlen-Papier für 49 Euro, als Fotoabzug auf einer Alu-Dibond-Platte für 169 Euro und als hochwertiger Druck hinter Acryl-Glas mit einem Holzrahmen für 299 Euro erstanden werden. Bei den beiden letztgenannten Varianten sind Bestellvorlaufzeiten von sieben bis zehn Werktagen zu beachten. Der Merian kann auch unter shop@amh.de schriftlich bestellt werden.

Sonderaktion: Vom 21. bis 25. November feiert das Museum seinen 120. Geburtstag. In dieser Zeit gibt es beim Kauf eines Merians auf Alu-Dibond-Platte oder hinter Acryl-Glas jeweils eine Publikation „Die Harburger Schloßstraße“ gratis dazu.