Archäologische Forschungen zur einstigen Stadtmitte von Altona

Noch bis Oktober finden archäologische Ausgrabungen im Bereich des alten Stadtzentrums von Altona statt. Das Grabungsareal liegt auf historisch bedeutsamem Gelände und birgt als „alte Mitte Altonas“ rund um die Hauptkirche St. Trinitatis ein einzigartiges Bodendenkmal-Ensemble. Die Kirche ist eines der wenigen Gebäude, die aus dieser Zeit noch erhalten sind. Sie stand vor dem Zweiten Weltkrieg inmitten eng bebauter Straßen. Mit dem Bau des „Trinitatis Quartiers“ soll hier nun ein neues urbanes Stück Stadt entstehen und wieder Leben an die Kirche zurückkehren. Vor der Neubebauung haben die Archäologinnen und Archäologen die einmalige Gelegenheit, spannende Erkenntnisse zur frühen Geschichte der einst selbständigen Stadt zu sammeln.

 

Das alte Zentrum von Altona wird neu belebt. Für das „Trinitatis Quartier“ soll das Gebiet rund um die Hauptkirche St. Trinitatis in den nächsten Jahren umgestaltet werden und ein eigenständiges Quartier im Grüngürtel Neu-Altonas bilden. Die Kirche erhält unter anderem ein neues Gemeindehaus und eine Pilger-Herberge. Gleichzeitig sind in dem Areal öffentlich geförderte Wohnungen, eine Kita und ein Café geplant. Auch die Kirche selbst soll saniert werden. Dem Bauprojekt, das im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg, des Bezirksamts Altona und der Ev.-Luth. Hauptkirchengemeinde St. Trinitatis sowie des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein umgesetzt wird, geht jedoch zunächst eine archäologische Ausgrabung voraus.

 

Schon seit April führt die Grabungsfirma „ArchON“ im Auftrag der „bauwerk Kirchliche Immobilien“ und unter der Federführung des Archäologischen Museums Hamburg im Bereich südlich der Königstraße archäologische Untersuchungen durch. Unterstützt wird „ArchOn“ bei den Arbeiten vom Familienunternehmen Ehlert und Söhne. Dabei wird aktuell die Bebauung beiderseits der heute nicht mehr vorhandenen Kibbelstraße untersucht sowie das Areal des Friedhofs von St. Trinitatis.

 

 

Eine Reise durch die Schichten: Was wurde schon gefunden?

Neben Gräbern des 17. bis 19. Jahrhunderts konnten bisher schon zahlreiche Hausgrundrisse aus dem 18. Jahrhundert freigelegt werden. Die Kirche stand vor dem Zweiten Weltkrieg inmitten eng bebauter Straßen, deren Gebäude während des Kriegs jedoch weitgehend zerstört wurden. Mit der Neubebauung nach dem Krieg wurden das Gelände und die Straßenführung so verändert, dass die Kibbelstraße verschwand. Sie konnte jedoch anhand alter Quellen verortet werden und es wurden jetzt einige interessante Funde gemacht: Insbesondere ein großes Sandsteinrelief mit dem Wappen von Altona erregte das archäologische Interesse. Die anfängliche Vermutung, dass das Wappen vom benachbarten Altonaer Rathaus stammen könnte, bestätigte sich allerdings nicht. Es ist aber möglich, dass es zum Altonaer Gymnasium oder zur damaligen Stadtwache gehörte.