AMH Blog
FacebookTwitterInstagramYoutubeGoogle+
App Store Google Play
 

Adresse & Anfahrt

Museum (Haupthaus)

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Tel. 040/42871-3609

▸ weitere Infos

Öffnungszeiten

Das Museum ist Di-So in der Zeit von 10.00-17.00 Uhr für Sie geöffnet.

Eintrittspreise

Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 4 Euro
Bis 17 Jahren frei
Inhaber der HamburgCARD ermäßigt

Der Eintritt berechtigt zum Besuch aller Häuser des Museums.

Für Gruppen und bei einigen Sonderveranstaltungen gelten gesonderte Eintrittspreise

 

Typisch Harburg - Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte

Ab dem 24. März zeigt das Stadtmuseum Harburg / Helms-Museum die Sonderausstellung “Typisch Harburg”. Die neue Ausstellung im künftigen Stadtmuseum Harburg zeigt einen Querschnitt durch die Harburger Geschichte und die Sammlung des Museums.

Die Werkschau bietet einen ersten Einblick in die stadtgeschichtliche Sammlung des Helms-Museums, die den Kern des neuen Stadtmuseums Harburg bildet. Zukünftig wird die Ausstellung zur Harburger Stadtgeschichte im Haupthaus des Helms-Museums am Museumsplatz angesiedelt. Die Planungen für die Neugestaltung des Stadtmuseums Harburg laufen auf Hochtouren. Einen Vorgeschmack gibt es schon in der aktuellen Sonderausstellung “Typisch Harburg”. Ausgewählte Objekte aus den umfangreichen Beständen des Museums geben einen Überblick über entscheidende Entwicklungen und Stationen der 900jährigen Geschichte Harburgs.

Die neue Sonderausstellung "Typisch Harburg"

Insgesamt hütet das Museum rund 70.000 stadtgeschichtliche Exponate. Ein Querschnitt aus dieser Sammlung soll nun in der neuen Sonderausstellung gezeigt werden. Die ausgewählten Exponate repräsentieren einige der wichtigsten Eckpunkte und Charakteristika aus der Harburger Geschichte. Unter ihnen befinden sich Exponate, die noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden.
Historische Ansichten von Harburg, geben eine Vorstellung von Harburg, wie es sich im 19. Jahrhundert dem Besucher darstellte. Sie zeigen das alte Harburg kurz vor bzw. während der Phase der Industrialisierung und bildeten nicht selten Vorlagen für Andenken-Porzellan. Ein Highlight darunter ist eine biedermeierliche Porzellantasse mit einer fein gemalten Ansicht von Harburg mit einem Blick über die Bremer Straße auf den späteren Rathausplatz.
Noch nie gezeigte Pläne des 18. Jahrhunderts, führen in die Zeit, als Harburg noch ganz von der Zitadelle beherrscht wurde und bilden eine Brücke zu den Harburger Herzögen. Diese werden in der Ausstellung mit eigens für das Helms-Museum nach Originalen aus dem Welfenhause angefertigten Ölgemälden der Harburger Herzöge thematisiert. Diese Gemälde wurden zuletzt im ehemaligen Helms-Museum an der Buxtehuder Straße gezeigt. Die Besucher sind eingeladen, die hier Porträtierten mit den Personendarstellungen auf einem Steinfragment aus dem Harburger Schloss zu vergleichen. Vielleicht erkennt der ein oder andere die Gesichtszüge Ottos I., des ersten Harburger Herzogs, in einem der in Stein gehauenen Halbporträts wieder.
Ein originaler Fahrplan der Hamburg-Fähre samt Druckstock erinnert neben einem Schiffsporträt und anderen Objekten zur Schifffahrtsgeschichte an Harburgs große Zeit als Fährort und Hafenstadt. Jahrhundertelang führte der Weg von und nach Hamburg über das Wasser. Das änderte sich erst mit dem Bau der Elbbrücken. Als besondere Highlights werden in diesem Zusammenhang die beiden eisernen Adlerköpfe – sie zierten ehemals die Süderelbestraßenbrücke – sowie die original Entwurfszeichnungen der sich noch heute an den Toren der Brücke befindlichen Wappen von Harburg und Wilhelmsburg gezeigt.
Ein seit seiner Demontage noch nie ausgestelltes Aushängeschild der Schmiede und Maschinenbauwerkstatt Böttcher, Harburger Schlossstraße 34, in Form eines Drachens repräsentiert neben herausragenden Produkten der ansässigen Zinngießer und einem Willkomm der Maurer das klassische Handwerk in Harburg. Die Konstruktionszeichnung eines Harburger Fahrrades von 1866 sowie Fotografien eines Flugapparates auf dem ersten Flugplatz Hamburgs in der Fischbeker Heide 1910 zeugen zusammen mit einem Prospekt des Harburger Autobauers Staunau von 1950 darüber hinaus von dem Pioniergeist Harburger Handwerker und Tüftler.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts boten die sich nun ansiedelnden Industriebetriebe neue Verdienstmöglichkeiten und zogen Heerscharen von Arbeitern an. Harburg wandelte sich in dieser Zeit von einem beschaulichen Kleinstädtchen in eine florierende Industriestadt. Werbeschilder und -artikel einiger bedeutender Industriebetriebe sowie Porträts von Arbeitern und Industriellen thematisieren diesen Aspekt der Harburger Geschichte.
Mit dem Bevölkerungswachstum in Harburg eng verknüpft ist auch die Gründung einer Vielzahl neuer Vereine. Neben der sich auf das Jahr 1528 zurückführenden Harburger Schützengilde, die den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten war, gründeten sich um 1900 nicht nur viele neue Schützenvereine, sondern auch Geselligkeitsvereine der verschiedensten Art. In der Ausstellung stehen neben den wertvollen Schützenkönigsschilden der Gilde auch kunstvoll gefertigte Fahnen von anderen Schützen- und Gesangsvereinen für das rege Vereinsleben dieser Zeit.
Der durch die Industrieansiedlungen einkehrende Wohlstand hatte unter anderem den Bau des neuen, repräsentativen Harburger Rathauses 1892 zur Folge. Die zur ursprünglichen Ausstattung des Rathauses gehörenden Gemälde der deutschen Kaiser, des Reichskanzlers Bismarck und der militärischen Führer Hindenburg und Moltke, von denen eine Auswahl in der Ausstellung zu sehen sein wird, zeigen die staatstreue Gesinnung der Harburger Politik um 1900. Eine Flagge des Arbeiter- und Soldatenrates von 1918/19 markiert das Ende des alten Herrschaftssystems und den Übergang in die Weimarer Republik.
Die 1920er Jahre brachten für Harburg mit Walter Dudek nicht nur den ersten sozialdemokratischen Oberbürgermeister, sondern auch die Vereinigung mit Wilhelmsburg zu einer der bedeutendsten preußischen Industrie- und Hafenstädte. Porträts von Dudek sowie die Standarte mit dem Wappen von Harburg-Wilhelmsburg, das den Dienstwagen Dudeks zierte, erinnern an diese Zeit.
Mit der Machtergreifung Hitlers endete die Ära Dudek und die Nationalsozialisten konnten auch in Harburg ihr Unwesen treiben, das zur völligen Auslöschung jüdischen Lebens in Harburg führte und schließlich mit einem verheerenden Krieg endete. Ein Gemälde von dem zerbombten Rathaus des Harburger Malers Otto Ewerien und die Kriegstagebücher einer Harburgerin stehen in der Ausstellung für die zerstörerische Macht des Krieges.
Die Not der Nachkriegszeit aber auch die Hoffnung auf einen Neuanfang symbolisieren ein erst kürzlich dem Museum übergebener Weihnachtsbaumständer aus Granathülsen und ein Nachttopf, der aus einem Wehrmachtshelm gefertigt wurde.
Untrennbar mit Harburg verbunden ist das Helms-Museum. Seine Geschichte wird anhand von Porträts seiner Gründer, der Ausgräbertasche seines prägenden, fast schon legendären Museumsdirektor Willi Wegewitz und dem ersten Exponat, einem Stich der “Franzosenbrücke” von Peter Suhr, erzählt.

Gemeinsam mit der Ausstellung “Modelle zur Harburger Stadtgeschichte” lädt die neue Ausstellung “Typisch Harburg” zur einem Streifzug durch die Harburger Geschichte ein. Faszinierende Exponate erzählen von den entscheidenden Epochen, Ereignissen und Personen, die Harburg zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Das neue Stadtmuseum Harburg

2009 konnte das Museum nach mehrmonatiger Umbauphase die Wiedereröffnung des gemeinsamen Foyers von Museum und Theater am Museumsplatz feiern sowie die Neueröffnung des Archäologischen Museums Hamburg am Harburger Rathausplatz. Ein wichtiger Baustein für die angestrebte Modernisierung des Museums ist die Rückkehr des Stadtmuseums Harburg in sein Stammhaus am Museumsplatz, nachdem die stadtgeschichtliche Dauerausstellung seit 1997 in der “Alten Feuerwache” in Harburg präsentiert worden war.
Seit der Gründung des Helms-Museums als heimatgeschichtliches Museum vor über 100 Jahren ist es die Aufgabe des Hauses, die Geschichte der Stadt Harburg zu erforschen und die überlieferten Objekte zu sammeln, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ausgehend vom heutigen Stadtbild Harburgs will das Museum zukünftig im neuen Stadtmuseum Harburg noch stärker an aktuelle Themen und Fragestellungen anknüpfen. Fest eingebunden in den Hamburger Stadtteil soll ein modernes Stadtmuseum mit einer starken Bürgerorientierung und -einbindung entstehen.