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Adresse & Anfahrt

Museum (Haupthaus)

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Tel. 040/42871-3609

▸ weitere Infos

Öffnungszeiten

Das Museum ist Di-So in der Zeit von 10.00-17.00 Uhr für Sie geöffnet.

Eintrittspreise

Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 4 Euro
Bis 17 Jahren frei
Inhaber der HamburgCARD ermäßigt

Der Eintritt berechtigt zum Besuch aller Häuser des Museums.

Für Gruppen und bei einigen Sonderveranstaltungen gelten gesonderte Eintrittspreise

 

23. Juni bis 11. November 2010

Ein Himmel auf Erden - Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra

Himmelsscheibe von Nebra
Himmelsscheibe von Nebra

Sie gilt als archäologische Sensation: Von Raubgräbern entdeckt, illegal verkauft, polizeilich sichergestellt und wissenschaftlich gründlich erforscht – die Himmelsscheibe von Nebra. Das Archäologische Museum Hamburg erzählt nun ihre Geschichte. Die Wanderausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt “Ein Himmel auf Erden – Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra” wird im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Archäologischen Museum Hamburg und dem Planetarium Hamburg vom 23. Juni bis 10. November in Hamburg zu sehen sein. Das Museum zeigt Kopien der Scheibe und herausragende archäologische Fundstücke aus der eigenen Sammlung.

Zur Ausstellung werden Präsentationen in beiden Häusern des Museums angeboten:
- Die Sonderausstellung zur Himmelsscheibe und dazu ausgewählte Originalfunde aus dem Archäologischen Museum Hamburg werden im Haupthaus am Museumsplatz gezeigt. Dem Besucher werden dort u.a. die Dekodierung und Erforschung der Himmelsscheibe präsentiert.
- Ein Rundgang auf dem “Himmelsscheiben-Pfad” führt durch das Archäologische Museum Hamburg gleich gegenüber am Harburger Rathausplatz.

Im Schaubereich am Museumsplatz erläutert die Ausstellung “Ein Himmel auf Erden – Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra” anhand exakter Repliken die abenteuerliche Entdeckungsgeschichte, die herausragende archäologische Bedeutung und die naturwissenschaftlichen Untersuchungen des Jahrhundertfundes. Sie zeigt, wie, aufbauend auf diesen Erkenntnissen, der astronomische Hintergrund der Scheibe mit dem komplexen Weltbild der frühen Bronzezeit und dem erstaunlichen kalendarischen Wissen entschlüsselt werden konnte. Auch wenn das Original der Scheibe aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale nicht mehr auf Reisen gehen kann, so werden dennoch Originalfunde aus der Zeit der Himmelsscheibe im Archäologischen Museum Hamburg präsentiert.
Das Museum gibt einen Blick frei auf die Reichtümer seiner eigenen Sammlung: Der Besucher erfährt mehr über bronzezeitliche Weltvorstellungen, Rituale und Deponierungsgewohnheiten der Region Norddeutschland. Bronzezeitlicher Mythos und damalige Glaubensvorstellungen sind der Ursprung zahlreicher Objekte der Sammlung, von denen allerdings viele nicht dauerhaft gezeigt werden können und somit im Archäologischen Zentralmagazin eingelagert sind. Ausgewählte Stücke kommen nun im Rahmen der Ausstellung an das Tageslicht.

Auf einem speziellen Rundgang durch das Archäologische Museum Hamburg am Harburger Rathausplatz sind weitere herausragende archäologische Exponate des Museums aus der Zeit der Himmelsscheibe zu sehen, so zum Beispiel bronzezeitliche Rasiermesser mit Schiffsdarstellungen und der Klapphocker aus Daensen (Landkreis Harburg) mit seinen Goldauflagen, die technisch ähnlich anspruchsvoll sind wie die der Himmelsscheibe von Nebra. Der “Himmelsscheiben-Pfad” ist für die Besucher des Archäologischen Museums mit entsprechenden Hinweisen gekennzeichnet.

Astronomie und Mythos

Was aber zeigt die Scheibe nun eigentlich? Welche astronomischen und kulturgeschichtlichen Erkenntnisse lassen sich aus ihren Darstellungen lesen? Wer hat die Scheibe hergestellt und wie wurde sie genutzt? Welche Beziehung besteht zwischen Scheibe und Fundort? Fragen, denen das Museum in seiner Ausstellung, aber auch im speziell entwickelten Begleitprogramm in Führungen und Vorträgen nachgeht.
Auf der zwei Kilogramm schweren Bronzescheibe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern befinden sich Goldauflagen, die als Schiff, dazu Mond, Sonne und Sterne oder vielleicht auch Mond und Vollmond gedeutet werden. Nach jüngsten Erkenntnissen ist die Himmelsscheibe eine komplexe astronomische Uhr, die Sonnen- und Mondkalender miteinander verknüpft. “Die Scheibe dokumentiert astronomische Regeln, deren Kenntnis man den Menschen dieser Zeit nicht zugetraut hätte”, so Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

Krimireife Fundgeschichte

Man nimmt an, dass die Himmelsscheibe um 1600 v. Chr. auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt vergraben wurde. Sie gehört zu einem Bronzeschatz, den Raubgräber im Sommer 1999 illegal ausgegraben hatten. Der Fund wurde verkauft und gelangte in den folgenden Jahren in die Hände verschiedener Hehler. Im Jahr 2002 nahm die Schweizer Polizei Schwarzmarkthändler fest, die die Scheibe verkaufen wollten. Die spektakuläre Festnahme und Rettung der Scheibe sorgte für weltweites Aufsehen. Heute hat die Himmelsscheibe von Nebra im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ihre wohl endgültige Heimat gefunden und wird noch lange Zeit die Forschung beschäftigen.
Neben einer Kopie der Himmelsscheibe und der übrigen Prestigeobjekte aus dem Schatzfund zeigt das Museum auch Modelle, Zeichnungen, Filme und Fotografien rund um den Fundort der Himmelsscheibe. Die Ausstellung widmet sich zudem den archäologischen und naturwissenschaftlichen Analysemethoden, die die Echtheit der Scheibe beweisen.

Kooperation mit dem Planetarium Hamburg

400 Jahre moderner Himmelsbeobachtung mit Fernrohr und Teleskop sind seit Galileo Galileis Entdeckungen vergangen. Doch der Himmel faszinierte die Menschen bereits viel früher, die Himmelsscheibe von Nebra zeugt davon. Parallel zur Sonderausstellung im Archäologischen Museum zeigt das Planetarium die spektakuläre Sternenreise “Die Macht der Sterne – Von der Himmelsscheibe zum Sternenstaub”. Die Show bietet eine spektakuläre Expedition vom “geschmiedeten Himmel” der Bronzezeit bis zu den Beobachtungen der Gestirne im Weltraumzeitalter in der Sternenkuppel des Planetariums Hamburg. Karten sind erhältlich unter 040/42886520 oder www.planetarium-hamburg.de (Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 5 Euro).
Gegen Vorlage eines Tickets von “Die Macht der Sterne” erhalten Besucher der Ausstellung einen ermäßigten Eintritt von 4,00 anstatt 6,00 Euro. Im Gegenzug dürfen Museumsbesucher an der Planetariumsshow zu einem ermäßigten Eintritt von 5,00 anstatt 8,00 Euro teilnehmen.
Außerdem findet im Rahmen der Sonderausstellung “Ein Himmel auf Erden” ein umfangreiches Vortragsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Hamburg statt. In einer hochkarätigen Vortragsreihe zur Sonderausstellung beleuchten führende Wissenschaftler alle Facetten dieses Jahrhundertfundes abwechselnd im Planetarium und im Archäologischen Museum.