Die Geschichte der Grabräuber ist älter als die Archäologie. In Deutschland gibt es kaum noch einen Landstrich, der nicht von Raubgräbern abgesucht wird. Ihre Werkzeuge sind Metalldetektoren, Spaten und detaillierte Karten. Damit rauben sie nicht nur wichtige Einzelfunde, sie zerstören auch den gesamten Fundzusammenhang, ohne den aber wissenschaftliche Erkenntnisse über unsere Vergangenheit unmöglich sind.

Vom 26. Oktober 2013 bis 26. Januar 2014 präsentierte das Archäologische Museum Hamburg in der Ausstellung “Raubgräber – Grabräuber” anhand von Fundgeschichten die faszinierenden Möglichkeiten moderner Archäologie und erläuterte lebendig, wie Raubgräberei unser kulturelles Erbe unwiederbringlich zerstört. Dabei ging es in der Ausstellung um die Probleme, die durch illegale Grabungen und den Handel mit Kulturgut auf nationaler und internationaler Ebene entstehen, wie auch um die Möglichkeiten, mit denen sich jeder Einzelne sinnvoll an archäologischer Forschung beteiligen kann.

Beispiele von Raubgrabungen gibt es weltweit in großer Zahl. Ein wahrhaft abenteuerlicher Fall ist die Fundgeschichte der Himmelsscheibe von Nebra. Die Ausstellung zeigte auch weitere Beispiele für die Problematik der Raubgräberei von Norddeutschland bis hin zum Vorderen Orient. Allein in Hamburg ziehen sich mehr als 3.000 Bodendenkmale wie ein Netz über die gesamte Stadt. Immer wieder werden bei Bauarbeiten unbekannte Siedlungsspuren und Gräberfelder entdeckt. Sie sind Hinterlassenschaften der Menschen vergangener Epochen und damit Teil des historischen Erbes und Bestandteil unserer Kultur und Geschichte.

Der Schutz, die Pflege, die Erhaltung und Erforschung aller archäologischen Fundstellen (Bodendenkmale) sind im Hamburgischen Denkmalschutzgesetz geregelt. Das Archäologische Museum Hamburg erfüllt diese öffentliche Aufgabe für die Freie und Hansestadt Hamburg. Nach dem sogenannten “großen Schatzregal” werden archäologische Funde mit der Entdeckung Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg, wenn sich der Eigentümer nicht mehr ermitteln lässt. Die Ausstellung gab Einblicke in die Arbeit der Archäologen und zeigte, wie mit “privaten” Schatzsuchern zusammen gearbeitet wird.

Für Kinder sah das Ausstellungskonzept eine eigene inhaltliche Ebene vor: Zusätzliche kindgerechte Texte, Mitmach-Exponate und eine Identifikationsfigur führten durch die Ausstellung und vermittelten spielerisch die Arbeitsweisen von Wissenschaftlern aus den Bereichen Archäologie und Paläontologie bei der Bergung der verborgenen Funde.

“Raubgräber – Grabräuber” war eine Ausstellung aus dem Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg.

Im Archäologischen Museum Hamburg erwartete die Besucher ein umfangreiches Begleitprogramm für die ganze Familie. Führungen und Vorträge boten Wissen zum Anfassen und Mitmachen.


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Sonderausstellung

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Ausstellungsdauer:

26.10.2013 bis 26.01.2014