Das Archäologische Museum Hamburg führte von 2012 bis 2014 umfangreiche Ausgrabungen in der Schloßstraße in Hamburg-Harburg durch. Das Projekt war die bislang größte Stadtkerngrabung Hamburgs und gehörte zu den größten archäologischen Grabungsprojekten dieser Art in Deutschland. Seitdem hatten die Archäologen ihre Grabungsergebnisse ausgewertet und brachten mit der neuen Sonderausstellung „Ausgegraben. Harburg archäologisch“ ab dem 24. November 2015 Licht ins Dunkel der Gründungszeit Harburgs. In der Ausstellung wurden die neuesten Forschungen zur Siedlungsentwicklung, Wirtschaftsweise und zum täglichen Leben der damaligen Harburger präsentiert.

 

Die Harburger Schloßstraße – ein spannendes Geschichtsbuch im Boden

Mit der Ausstellung „Ausgegraben. Harburg archäologisch“ verknüpfte das Archäologische Museum Hamburg erstmals historische Überlieferungen mit brandaktuellen archäologischen Grabungsergebnissen. Die Wissenschaftler hatten bei dieser Grabung zwei Jahre und sieben Monate lang die Gelegenheit, einen besonders geschichtsträchtigen Ort zu untersuchen. Auf der Harburger Schlossinsel wurde wohl um das Jahr 1000 die Horeburg, die „Burg im Sumpf”, errichtet, und von hier aus wurden die Marschen des Hamburger Südens besiedelt. Die Entwicklung des heute im Harburger Binnenhafengebiet gelegenen mittelalterlichen Stadtkerns entlang der Harburger Schloßstraße stellt eine siedlungstopografische Besonderheit dar: Der Straßenverlauf hat sich über gut 1000 Jahre nicht verändert – beste Voraussetzungen für die Archäologen, die frühe Siedlungsgeschichte Harburgs zu erforschen.

Die untersuchten Schichten der archäologischen Ausgrabung erzählen von den Anfängen Harburgs als Grenzfestung und dem späteren Herrschaftssitz der Harburger Herzöge, vom Militärwesen des 17. und 18. Jahrhunderts und von der Industrialisierung. Fundobjekte, die mit großem Aufwand restauriert wurden, wurden erstmals im Rahmen der Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Harburger Schloßstraße im Spiegel der vergangenen Jahrhunderte – Ausstellung und Begleitprogramm

Die Ausstellung „Ausgegraben. Harburg archäologisch“ beantwortete anhand der neuesten Forschungserkenntnisse Fragen zur Geschichte der Harburger Schloßstraße. Mit Hilfe ausgewählter Fundstücke der Grabung wurden Einblicke in die unterschiedlichsten Lebens-und Arbeitswelten der frühen Harburger ermöglicht. So zeigten beispielsweise kunstvoll gestaltete Pilgerzeichen den Stellenwert von Religion und Glauben in der Stadt und belegten gleichzeitig Harburgs Bedeutung als Transitort für Pilger im 15. und 16. Jahrhundert. Weiterhin widmete sich die Schau der Bedeutung von Harburg als Hafen- und Umschlagsort und damit auch den Jahrhunderte alten Spannungen zwischen Harburg und der Hansestadt Hamburg, die bis heute vielen Menschen präsent sind.

Im Museum erwartete die Besucher ein umfangreiches Begleitprogramm für die ganze Familie. Führungen und Expertenvorträge gaben Einblicke in die spannende Arbeit der Archäologen.


Standort:

Archäologisches Museum Hamburg Sonderausstellung

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Ausstellungsdauer:

24.11.2015 bis 10.04.2016