Archäologe in der Freizeit?

Das Engagement ehrenamtlicher Helfer ist für die Denkmalpflege von großer Bedeutung. Im Landkreis Harburg können sich Freiwillige beispielsweise durch die Mitarbeit bei Ausgrabungen einbringen. Um solche und andere Einsätze zu organisieren, hat sich am Museum die Arbeitsgemeinschaft “Praktische Archäologie” gegründet. Bei den monatlichen Treffen geht es um denkmalpflegerische Themen, es werden gemeinsame Aktivitäten geplant und ausgrabungstechnische Schulungen durchgeführt.

Die Arbeitsgemeinschaft steht allen an der Archäologie Interessierten offen.

Treffen

Nächstes Treffen der AG: immer um 18 Uhr am letzten Dienstag im Monat.
Besprechungsraum, Museumsplatz 2,  21073 Hamburg
Ansprechpartner: Jochen Brandt, E-Mail: jochen.brandt@amh.de


Aktuelles


Selbst schlechtes Wetter konnte die 10-köpfige Gruppe der Ehrenamtlichen letztes Wochenende nicht aus der Spur bringen. Bei Regen und Wind führte sie unter der Leitung des Kreisarchäologen Dr. Brandt nahe Eyendorf eine Feldbegehung durch. Ein abgeernteter Acker wurde dabei systematisch schleifenförmig begangen und nach Funden abgesucht.
Anlass hierfür war ein goldener Armreifen, der dort 1853 gefunden wurde. Dieses Schmuckstück war einst eine Grabbeigabe in einem steinzeitlichen Großsteingrab aus der Zeit um 3000 v. Chr., das laut alten Unterlagen ebenfalls dort gelegen haben soll. Ziel der Begehung war es, die genaue Lage der inzwischen komplett zerstörten Bestattung näher zu lokalisieren. Es wurden insbesondere im Zentrum des Feldes diverse Flintabschläge, gebrannter Flint und Keramik aus unterschiedlichen Zeitepochen gefunden. Der schönste Fund jedoch war ein bearbeitetes Flintstück aus der jüngeren Steinzeit, eine wohl schon bei der Herstellung gebrochene Pfeilspitze (siehe Foto unten).
Text: Christa Sallam

Die Arbeitsgemeinschaft Praktische Archäologie hat den Archäologischen Wanderpfad in Schuss gebracht. Unter Leitung von Christa Sallam haben vier ehrenamtlichen AG-Mitglieder mit Unterstützung von Archäologie-Studierenden die Hügelgräber von Bewuchs und Laub befreit – nun sind auch die Infoschilder wieder blitz blank.
Über ca. vier Kilometer führt der Wanderpfad durch die Fischbeker Heide (Hamburg-Neugraben) und an mehreren Begräbnisstätten aus der Jungsteinzeit bis zur vorchristlichen Eisenzeit vorbei. Wer möchte kann sich auf den Schautafeln die unterschiedlichen Bestattungsriten unserer Vorfahren erklären lassen oder einfach die Natur genießen.