Aus der Nähe von Kampen im Landkreis Harburg stammt dieses kleine unscheinbare Flachbeil. Entdeckt hat es Ole Uecker, Student der Ur- und Frühgeschichte, mit einem Metalldetektor. Wie es sich gehört und gesetzlich vorgeschrieben ist (mit einem Metalldetektor nach archäologischen Funden suchen darf man nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Denkmalschutzbehörden), hat er den Fund und die genauen Fundumstände beim Museum gemeldet. Bei dem Beil handelt es sich um eine sehr frühe Form. Viele kleine Löcher sind als Gussfehler anzusehen und deuten an, dass der Schmied sein Handwerk noch nicht richtig beherrschte. Die grüne Färbung des Beils verrät, dass es sich um ein Artefakt aus Bronze oder einer sonstigen Kupferlegierung handelt. Genaueres soll eine Materialuntersuchung an der Universität Hannover erbringen, die in Kürze stattfinden wird. Wenn sich unser jetziger Verdacht bestätigt, hat Ole Uecker ein kupferzeitliches Beil gefunden, einen der ältesten Metallfunde aus Niedersachsen überhaupt, der sogar aus der Zeit stammen könnte, als Ötzi in den Alpen unterwegs war und die Menschen hierzulande noch ganz und gar in der Steinzeit lebten.